Was ist Philosophische Praxis?
Philosophische Praxis ist eine Art offene Begegnung und Bildung auf Augenhöhe, die das konkrete Leben zum Inhalt hat.
Philosophische Praxis grenzt sich schon begrifflich von der Theorie ab. Sie ist also eine Tätigkeit. Im Fall Philosophischer Praxis ist das meistens Reden oder Schreiben - besonders aber gründliches miteinander Nachdenken.
Das Wort "Praxis" lässt auch vermuten, dass es einen konkreten Raum gibt, ähnlich wie der einer Arztpraxis oder Ordination, in der die Profession ausgeübt wird. Das ist bei Philosophischer Praxis aber nicht immer der Fall.
Das voranstehende, auch noch groß geschriebene Adjektiv konkretisiert die Sache noch weiter:
Der Inhalt Philosophischer Praxis ist also etwas Philosophisches.
Menschen kommen mit ganz unterschiedlichen, persönlichen Geschichten zu einem:r Philosophischen Praktiker:in. In all den Geschichten steckt "von selbst" ein philosophischer Kern, der nur als solcher erkannt werden will. Und dieser Kern ist hauptsächlich Inhalt der Praxis. "Philosophisch" bedeutet hier also etwas Allgemeingültiges im konkreten Leben des individuellen Gegenübers.
Gemeinsames Philosophieren in Gruppen kann auch bedeuten,
- für eigene Positionen argumentativ einstehen zu lernen.
- andere Lebens- und Sichtweisen kennenzulernen.
- die Wirkung von Urteilsenthaltung zu verstehen.
- sich selbst bewusster und selbstbewusster zu werden.
- präziser zu denken.
Philosophische Praxis ist allerdings
kein Ersatz für Psychotherapie, denn die Ausrichtung der Gespräche unterscheidet sich stark von denen in einer psychotherapeutischen Praxis jeglichen Verfahrens. Philosophische Praxis legt den Fokus auf Konzepte und hat nicht den Anspruch Leiden zu mildern, bzw. zu behandeln.